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Legasthenie

 

Legasthenie

Unter Legasthenie versteht man eine Lernschwäche, die sich in erster Linie auf Rechtschreibung und Lesevermögen bezieht. Diese Lernstörung wurde 1896 erstmalig von dem englischen Arzt, Dr. Morgan, beschrieben und manifestiert sich in folgende Auffälligkeiten:
· Buchstaben werden durcheinander gebracht
· Texte können nicht oder nur schwer gelesen werden (der Inhalt wird zudem oft nicht verstanden)
· Wortteile werden beim Schreiben vergessen
· Ähnlich aussehende Buchstaben werden trotz Übungen dazu ständig vertauscht.
· Schwer lesbare Handschrift, die als Anzeichen für Unsicherheit gedeutet werden kann.
· Wörter werden trotz mehrmaliger Übungseinheiten immer noch falsch geschrieben.

Die Legasthenie ist eine Lernschwäche, die keine Rückschlüsse auf eine  mangelhafte geistige Entwicklung oder eine „schlechte Erziehung“ zulässt. Kinder, die daran leiden, zeigen eine normale bis hohe Intelligenz – es hapert eben nur beim Lesen und Schreiben. Für viele Eltern mag dies zumindest ein schwacher Trost sein: Albert Einstein, der berühmte Physiker, war angeblich auch ein hochgradiger Legastheniker! 

Wenn Eltern, Lehrern oder Nachhilfelehrern die oben aufgeführten Merkmale einer Legasthenie bei einem Kind auffallen sollten, ist eine möglichst schnelle Abklärung erforderlich. Je früher ein Psychologe die Lernschwäche feststellt, desto früher können auch ergänzende Förderungen einsetzen.

Verhaltensregeln für Eltern & Lehrer
· Verständnis: Zeigen Sie großes Verständnis dem Kind gegenüber. Wenn Sie über seine schulischen Leistungen enttäuscht sind, wird es alles versuchen sich zu besser & vermutlich dabei scheitern. Das ist schlecht für das Selbstbewusstsein und fördert die Ausbildung von Verhaltensauffälligkeiten (Konzentrationsschwäche, Aggression).
· Üben: Während andere Kinder durch das Üben besser werden, wird sich ohne Therapie bei Legasthenikern nicht viel ändern. Es frustriert Kinder nur zusätzlich, wenn man sie ständig zum Lernen auffordert.
· Förderungen: Informieren Sie sich über das breit gefächerte Angebot an Förderungsmöglichkeiten für Legastheniker. Es gibt spezielle Schulen, die Förderklassen anbieten oder auch außerschulische Therapiemöglichkeiten, die von spezialisierten Psychologen durchgeführt werden.
· Therapien sind zeitintensiv: Vermutlich wird eine Therapie erst nach längerer Zeit sichtbare Erfolge verbuchen können. Rom wurde eben nicht an einem Tag erbaut: Geben Sie demnach dem Kind und dem Psychologen die Zeit, die sie brauchen!

Allgemein lässt sich sagen, dass die Legasthenie nicht wirklich heilbar ist. Unter einer gezielten Therapie verbessern sich jedoch die schulischen Leistungen erheblich. Vielen ehemaligen Legasthenikern merkt man ihre einstige Lese- und Rechtschreibschwäche im späteren Leben kaum noch an.

Informationen über die Lernschwäche Legasthenie finden Sie unter anderem auch beim Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie.

Weiterführende Links:
Dyskalkulie
Prüfungsangst

| uwe/ 06